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Unterwegs

Ich bin für 7 Tage auf einer kleinen Wandertour durchs Allgäu. Falls es Euch interessiert, könnt ihr meinen Weg verfolgen und mich so dabei begleiten. Vom 31.03 bis 07.04 bin ich unterwegs. Mit Bild und Text werde ich bei FindPengiun berichten, schaut doch mal vorbei:


Aus aktuellem Anlass: Schön wärs gewesen. Das Sars-Cov2-Virus und Covid-19 machen mir einen Strich durch die Rechnung. Da vor die Tür gehen momentan noch nicht verboten ist, werde ich auf FindPenguin dennoch jeden Tag ein Bild von meiner “Wanderung” posten, Wandern in der Wohnung, In der Stadt oder im Grünen. Ohne Menschen und Kontakt versteht sich.

Auf Wiener Wegen

Auf dem Stadtwanderweg 9 durch den Prater

Der Stadtwanderweg 9 der Stadt Wien ist ungefähr 13,5 Kilometer lang. Mordes, folgt man der guten Ausschilderung, ist es ein beschaulicher Weg. Vom Praterstern hinein in den Prater, geht es erst entlang der Wiesen am Rand der Grünanlage. Hier lasse sich alte Menschen mit ihren Hunden beobachten und ein weinender Obdachloser schält sich gerade aus seinem Schlafsack. Schleichend bewaldet sich die Umgebung. Unter einer Autobahn entlang über Tramschienen, geht es noch einige Kilometer durch Wald, am Lusthaus vorbei. Ab 12 Uhr ließe sich hier einkehren. Kurz hinter dem Lusthaus führt der Weg entlang eines schmalen Gewässers, so schmal wie der Waldweg, auf dem ich tagelang gehen könnte. Lies „Auf Wiener Wegen“ weiter

10 Tage Tirol #rausundmachen

Urlaub, Urlaub, Urlaub. Dieses Jahr waren wir für 10 Tage in Tirol – ohne einen Plan. Wir wussten, wo wir hinfahren mussten, aber hatten keine Pläne für vor Ort. Das ist das erste Mal gewesen und es war aufregend…

Urlaub ohne Plan?

Das gab es bei uns noch nie. Meine Freundin und ich fahren nun schon weit über 10 Jahre gemeinsam in den Urlaub, aber ohne Plan war noch nie 😉 

Es war deshalb auch ein kleines Experiment. Über das Haus wussten wir nichts, da es einem Kollegen bzw. Freund gehört und wir dort sehr günstig unterkommen durften. Auf unseren Wetter-Apps war die ganze Woche Regen angesagt und so hätte es sich gelohnt Pläne zu schmieden. Wir nahmen stattdessen Bücher mit, etwas zu essen und dann wollten wir mal sehen. 

Wir waren beide noch nie in dieser Gegend in Tirol, ich habe vorher noch nie Urlaub in Österreich gemacht. Ibiza war mir zu weit weg und da fiel uns dann das Land hinter den Bergen ein. Nachdem wir viel zu lange mit dem Auto gen Süden gefahren sind, kamen wir Abends schließlich in der kleinen Holzhütte an. Am Berg gelegen mit einem wunderschönen Blick ins Tal.

Wir richteten uns ein und am nächsten Tag fuhren wir ins Tal, um einzukaufen und uns den Ort anzusehen. Schwaz, die Stadt unten im Tal war ganz nett und wir fanden guten Geschäfte, um Lebensmittel aus der Region kaufen zu können. Pünktlich zum Einsetzen des Regens saßen wir wieder im Auto und schlängelten uns den Berg hinauf. 

Es wurde klar, dass unsere Wetter-App nicht so richtig gute voraussagen machen konnte in dieser Region. Es gab die Berge und Täler und hier herrschte andere Wetter als dort. Schließlich bekamen wir den Tipp für eine Ski-Wetter-App, die unterscheidet zwischen Berg und Tal und mit dieser konnten wir das Wetter ganz gut beobachten. 

Lesen

Am ersten Tag, nach dem Einkaufen taten wir nichts. Na gut, das stimmt nicht ganz. Meine Partnerin fing ein 2000 Teile Puzzle an und ich begann zu lesen. Für diesen Urlaub hatte ich den neuesten Kommissar Dupin dabei und Juan S. Guses Miami Punk. 

Mit dem Kriminalroman kam ich ganz gut voran. Die etwas über 300 Seiten las ich dann auch in vier Tagen. Anschließend begann ich mit dem nächsten Buch: Miami Punk ist aber ein Wälzer, über 600 Seiten stark und ich hatte immer weniger Zeit zu lesen. Jetzt liegt es bei mir auf dem Nachtschrank und ich will jeden Tag weiterlesen, schaffe es aber irgendwie nicht. 

So viel Regen wie angesagt gab es nicht. Ehrlich gesagt, hat es ziemlich wenig geregnet. Meist schien die Sonne oder es war bewölkt. Ab und zu gab es einen kurzen Schauer und dann war es auch wieder vorbei.

Wandern 

Da das Wetter also dann doch ganz anders wurde, dachten wir uns, wir könnten ja mal wandern gehen. Wir hatten ja alles mitgebracht, konnten also jederzeit unsere Wanderschuhe anziehen. Der Urlaub entwickelte sich auch ziemlich schnell zu einem Wanderurlaub. Mal waren es nur Anderthalbstunden, um nach dem sehr späten Aufstehen auf eine Hütte zu laufen, dort aßen wir dann Frühstück bzw. Mittag. Dieses Bestand aus hoch gelobten großen Schnitzeln und waren köstlich! An anderen Tagen waren es dann gute Tagestouren mit 7 oder auch mal 10 Stunden.

Der Gilfert

Den ersten Gipfel, den wir bestiegen war der Gilfert. Unser Hausberg. Wir konnten von unserer Terrasse aus seine Spitze mit Kreuz sehen und freuten uns, ihn zu besteigen. Mit einer Höhe von etwas über 2500 Metern, ist es einer der höchsten Berge, die wir bisher erklommen haben. Der Weg war schön. Nicht immer einfach und machmal für mich mit meiner Höhenangst, etwas haarig, aber insgesamt habe ich das Gehen genossen, auch die leichte Kletterei. Auf dem Rückweg haben wir sogar einen Umweg gemacht und haben noch ein kleinen Berggipfel mitgenommen. Anschließend konnten wir ins Tal hinabsteigen und entlang von Bergwiesen und -bächen zurück wandern.

Das Kellerjoch

Viel aufregender war für mich dann aber doch die Besteigung des Kellerjochs. Angefangen mit der ersten Auffahrt. Meine Partnerin freute sich schon sehr, da sie unbedingt mit einem Sessellift fahren wollte. Ich war da skeptisch – wieder meine Höhenangst. „Keine Sorge, das sind nicht mehr als drei Meter über dem Boden“ höre ich sie immer noch sagen. Drei Meter? Dachte ich mir, das ist kein Problem, von dieser Höhe kann man locker abspringen. Wir saßen also im Lift und es ging immer höher und höher. Aus drei Metern wurden schnell zehn (!) inklusive felsigem Abbruch unter uns. Das war für mich echt richtig schwer. Aber ich habe es überlebt. Zwischendurch habe ich zwar gejammert, ich wäre lieber gelaufen, aber gut.

Oben angekommen, ging es dann richtig los. Wir liefen sicher 2 Stunden über den Bergkamm, um zur Kellerjochhütte aufzusteigen. Oben angekommen bietet sich nicht nur ein wunderbarer Blick ins Tal und über das Karwendelgebirge, nein, es bietet sich auch die Gelegenheit selbstgemachten Apfelstrudel zu essen. Das lassen wir uns nicht entgehen und genießen die Sonne hier oben. 

Nach der ersten Stärkung machen wir uns auf zu einer halben Stunde Hölle. Zumindest für mich. Wir laufen zu einer kleinen Kapelle ganz oben auf dem Berg, dort ist die Spitze. Leider ist hier der Weg oft sehr eng und es gibt zwei Kletterstellen bei denen man an schorfigen Felsen und auf Platten gehen muss. Es gibt eine Stahlseilsicherung. Auf dem Hinweg geht es noch. Der Weg wirkt schon irgendwie krass, aber immer noch machbar. Oben ist das Panorama grandios. Dann geht es aber zurück. Die anderen Wege runter sind entweder noch steiler oder aber gleich ganz gesperrt. Ich krieche also die erste steile Felsstelle herunter. Vor der zweiten machen wir eine Pause und ich sehen eine mögliche Umgehung, wir gehen sie entlang und müssen dann über einen Felsen steigen, der die gesamt Weg versperrt. Hier friert mein Körper ein. Es geht nicht weiter. Ein paar Minuten redet mir meine Freundin gut zu und versucht mit zu motivieren. Es geht nicht. Es ist mir zu unsicher. Also, das Stück zurück und dann doch oben rum, über die Felsen immer gut am Stahlseil entlang. Das ist jetzt gar nicht mehr so schlimm. 

Wir laufen zurück zur Seilbahn und fahren im Regen hinunter. Jetzt geht es mir schon besser. Ich habe zwar immer noch eine Höllenangst, aber habe schon mehr vertrauen in diese Ding gefunden und kann ein klein wenig entspannen. Dieser etwas weiteren Spaziergang – ja, so wurde es mir verkauft – entpuppte sich dann doch als mehr als ich erwartete. Und dennoch, das Panorama, die Berge, die Luft, das Laufen – trotz meiner Angst, war es eine wunderbare Wanderung. 

Die Wolfsklamm

Ein paar Tage später waren wir Abends in unserer Hütte und warteten auf das angekündigte Gewitter. Es wollte einfach nicht kommen. Stattdessen riss die Wolkendecke immer wieder auf. Da es aber schon nach 17 Uhr war, wollten wir nicht noch eine große Wanderung unternehmen. Wir fuhren also in die Wolkfsklamm.

Die Wolfsklamm liegt in der Nähe von Schwaz bei einem kleinen Ort. Wir konnten parken und dann durch diese beeindruckende Schlucht laufen. Die offizielle Öffnungszeit war vorüber, Regen angesagt und so hatten wir dieses ganze Gebiet ganz für uns allein. Es war herrlich. Wir konnten auf den Stegen und Brücken in Ruhe stehen und schauen und die wunderbare Landschaft auf uns wirken lassen. 

Nachdem wir die Schlucht durchquert hatten stellte sich die Frage ob wir noch auf einen Berg hinaufgehen, um dort ein Kloster anzuschauen oder ob wir in einem Bogen zurück laufen. Meine Partnerin hatte keine Lust auf die vielen Treppen zum Kloster und so gingen wir in einem großen Bogen auf einer Forststraße zurück zum Auto.

Es war ein schöner kleiner Ausflug und wir waren froh, als wir dann gegen 21 Uhr wieder zu Hause waren. Es war eine ganz großartige Abendgestaltung. 

Innsbruck

Nicht so großartig war unser Ausflug nach Innsbruck. Dieser Stadttag hat mir gar nicht so gefallen. Innsbruck als Stadt ist ganz nett, aber es hat nicht die umwerfende Altstadt und das goldene Dach – anscheinen die Attraktion vor Ort, hat mich auch eher enttäuscht.

Wir fuhren hauptsächlich hier her, um uns das Ketterzentrum anzusehen, da wir viel darüber gelesen haben. Zuvor besuchten wir die Stadt und waren etwas enttäuscht. Dann nahmen wir die Gelegenheit war und fuhren mit einer Bahn den Berg hinauf. Einerseits hatten wir hier einen schönen Blick über Innsbruck und die Berge, andererseits wollte sich meine Partnerin die Bahnstationen ansehen, da diese von der Architektin Zaha Hadid stammten und in der Tat recht beeindruckend aussahen. 

Da wir nicht weitere 20 Euro pro Person ausgeben wollten, um bis ganz nach oben auf den Berg zu fahren, gingen wir in den nahegelegenen Zoo. Der war nett, hat uns aber leider auch nicht umgehauen. Zu guter letzt standen wir dann vor dem Kletterzentrum und sind wieder heimgefahren. Es war so voll, dass uns weder nach Bouldern noch nach Klettern der Sinn stand. Das war schade, doch fuhren wir gemütlich nach Hause und kochten gemeinsam Abendbrot. 

Fazit

Wir wussten das Wetter wird schlecht. Wir wussten nicht, was wir tun wollen. Dafür waren wir dann doch ganz schön aktiv. Wir sind auf Berge geklettert, haben gepuzzelt und gelesen, wir sind gewandert, haben uns eine Stadt angesehen und vieles mehr. 

Ich hatte mir vorgenommen mal nichts zu tun. Nun weiß ich, dass kann ich nicht so gut. Es war dennoch ein entspannender und wahnsinnig schöner Urlaub. Ich empfehle allen Menschen mal sich nichts vorzunehmen. Oder ist das vielleicht das Normale? Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen. Ich freue mich zwar auf den nächsten Urlaub, habe aber jetzt erstmal das Problem wieder ins Arbeiten zu kommen. 

Seid also geduldig mit mir und bleibt mir gewogen! 

Meine Barfußschuhe im Test

Ich habe mir in diesem Jahr relativ spontan Schuhe gekauft. Wir waren im Kurzurlaub und ich wollte nur mal schauen. Schwups, hatte ich mir ein paar Barfußschuhe gekauft. Mein Fazit nach einem Dreivierteljahr.

Wieso Weshalb Warum

Ich habe immer wieder Probleme mit Schuhen. Oft sind sie mir vorne zu eng gewesen, außerdem taten viele nach ein paar Kilometern ziemlich weh. Mit der Idee, es mir Barfußschuhe zu probieren hatte ich damals schon ein paar Mal gespielt, es aber dann nie weiterverfolgt. Ich wusste, man sollte irgendwie anders gehen, aber wie? Ich hatte erst kurz zuvor angefangen mir bei YouTube ein bisschen was zum Thema anzuschauen. Aber das war verwirrend, denn dazu gibt es gefühlt einen Informations-overload. 

Im Geschäft gefielen sie mir ziemlich gut: Leicht, angenehm auf den unterschiedlichen Materialien und dazu kaufte ich dann noch wasserdichte Socken, sodass ich die Schuhe auch bei Regen und Schnee anziehen könnte. Am ersten Abend probierte ich sie gleich aus. Es war ungewöhnlich. Ich lief seltsam, da ich sonst ganz schön auf meine Fersen donnern würde. Der leichte Regen und die Pfützen machten mir ja nicht aus und meine Füße blieben trocken. Es schien, als ob ich Schuhe gefunden hätte, die zu mir passen und in denen meine Füße endlich platz haben würden. 

Die erste Zeit und Schnee

Als wir wieder zu Hause waren, wurde nicht nur das Wetter besser sondern ich informierte mich über das Thema Barfußlaufen. Ich lernte eine ganze Menge. Ich sollte es langsam angehen. Durch das Laufen über den Ballen könnte ich Muskelkater bekommen. Am besten sollte ich ein Seminar besuchen, um zu lernen, wie man Barfuß läuft und mich coachen lassen. 

Das meiste tat ich nicht. In so etwas bin ich einfach schlecht. Auch als ich fastete, machte ich es auf meine Weise. Ich ging also einfach los. Klar übte ich, etwa vorne abzurollen und machte Übungen für meine Füße. Der Rest kam mit der Zeit. Zu großen Muskelkater hatte ich auch nicht. Es war also eigentlich alles gut. Die Schuhe versahen ihre Dienst ziemlich gut und ich war sehr zu frieden. 

Dann wollten wir Freunde besuchen. Sie waren kurz zuvor aufs Dorf in die Nähe von Passau gezogen. Für uns hieß das, einmal quer durchs Land zufahren. Ich packte meine Sachen und orientierte mich an unserem Wetter. Zum Glück nahm ich meine Barfußschuhe und die Spezialsocken mit. Als wir nach einer sehr langen Fahrt ankamen war es dunkel und es lag Schnee. Damit hatten wir überhaupt nicht gerechnet. 

Wir verbrachten ein wunderbares Wochenende bei unseren Freunden! Die Spaziergänge waren etwas lustig. Da wir auf Wegen und Feldern eine geschlossene Schneedecke hatten, erkannten wir nicht gleich wie tief der Schnee war. Als wir dann aber reihenweise einbrachen wurde nicht nur das Gehen schwerer, es war auch ein Rästelraten wer wohl als nächstes absackt. In der Regel reichte uns der Schnee zum Knie, Stellenweise aber auch bus zur Hüfte. Das war irgendwann kein großer Spaß mehr, besonders da ich bei fast jeden Schritt einbracht. Wir vermuten, dass es an den Schuhe lag. Dafür blieben meine Füße wirklich trocken und in meinen Augen, haben die Schuhe den Schneetest bestanden.

Sonne, Hügel, Israel

Da ich für gut sieben Wochen auf einer Archivreise in Israel verweilte nahm ich auch dort meine Barfußschuhe mit hin. Die besagten Socken halfen mir enorm, da ich im März, meiner Hauptreisezeit, viel Regen in Jerusalem sah. 

Ich lief teilweise eingepackt in meiner Regenhose, die in den Wasserdichten Strümpfen steckte und meiner Regenjacke ins Archiv. Doch auch hier gilt: Test bestanden, bis auf ein, zwei Mal, wo die Schuhe etwas rutschig waren, haben sie mir sehr gute Dienste geleistet. Ich lief so über Wochen Hügel hinauf und herunter. Die Schuhe trockneten im Archiv auch recht schnell, aber über Nacht wurde sie auf jeden Fall wieder trocken für den nächsten Tag. 

Dabei machte mir auch der Asphalt nicht viel aus. Klar, meine Füße musste ich etwas mehr pflegen als ich es vorher getan habe, aber das war okay. Sie bekamen nun täglich Hirschtalg und ich kümmerte mich um sie. Meine Füßen dankten es mir, in dem sie immer mehr mitmachten und geschmeidig blieben. 

Ein Härtetest erlebten die Schuhe dann auch noch. Ich fuhr in den Norden, um etwas zu wandern. Am ersten Tag war der Weg wirklich matschig. Viele andere im Nationalpark Yehudiyya waren gesperrt. Ich kämpfte mich durch und kam zu einem wunderbaren Wasserfall. Meine Schuhe litten ein wenig. Im Laufe des Tages kam dann die Sonne hervor und trocknete meine Schuhe ein wenig. Ich klopfte sie etwas aus und fuhr in meine Unterkunft. Im Waschbecken habe ich sie kurzerhand ausgewaschen. Klar, nicht perfekt, aber so, dass sie nicht mehr wirklich dreckig waren. In der Sonne auf dem Balkon trockneten sie gut. 

So konnte ich in den nächsten Tagen weiter Ausflüge und kleine Wanderungen mit ihnen unternehmen. Das war wunderbar. Auch der anschließende Urlaub mit Freunden und einem touristischen Programm überlebten sie tadellos. Gerade da nun das besser wärmer und sonniger wurde, bewährten sich die Schuhe, da sie leicht waren und meinen Füßen genug Luft zum atmen ließen. 

Über Stock und Stein im Harz

Vollends überzeugt haben sie mich auf der Wanderung, die ich im Harz unternommen habe. Nachdem meine Wanderschuhe am ersten Tag schon Blasen hervorriefen (zugegeben, ich glaube, ich hatte nicht die besten Strümpfe an), wechselte ich in meine Barfußschuhe. 

Wir waren mit gut 12 Kilo Gepäck unterwegs und ich machte mir anfangs schon Gedanken, wie das mit den Schuhen wird. Sicher war ich mir nicht, ob es eine gute Idee war. Aber, es war eine gute Idee. Ich lief im Harz mit den Schuhe sicherlich gute 50 Kilometer. Über Stock und Stein. Insbesondere über Stein war das oft kein vergnügen, haben die Schuhe ja nur ein paar Millimeter Sohle. Und dennoch, sie und ich hielten durch. Ich schaffte es auf den Brocken und zurück; die Schuhe ohne große Probleme auch. 

Fazit

Sie sind immer noch in einem sehr guten Zustand. Gerade davon bin ich überrascht. Obwohl ich sie schon ganz schön getriezt habe, halten sie tapfer durch. Klar, ein paar Blessuren gibt es schon, doch sie haben alles ziemlich gut gemeistert. 

Ich bin positiv überrascht. Dass mir die Schuhe so gut gefallen hätte ich selbst nicht gedacht. Doch mittlerweile bin ich vollends überzeugt. Für mich war es die richtige Entscheidung. Als mir dies vor einer Weile klar wurde, kaufte ich mir ein weiteres Paar Schuhe, dass ich auch zur Arbeit, bei Konferenzen und bei gesellschaftlichen Anlässen tragen kann. Auch sie gefallen mir sehr. 

Meine ersten Barfußschuhe werden aber immer etwas besonderes bleiben. Sie haben mir deutlich gemacht, dass meine Füße nicht eingezwängt sein müssen und ich entspannter laufen darf! 

Ich bin mir sicher, dass diese Art des Gehens und der Schuhe nicht für alle etwas ist. Interessierten aber skeptischen Menschen würde ich raten ein wenig im Internet über das Barfußgehen zu lesen und bei YouTube zuschauen und dann einem Geschäft mit entsprechendem Sortiment mal welche auszuprobieren. 

Ich hoffe, dieser Beitrag hat euch gefallen. Habt ein schönes Wochenende und bleibt mir gewogen.

#rausundmachen: 3-Tage-Harz-Wanderung

Über Himmelfahrt sind wir aus der Stadt geflohen. Meine Freundin und ich haben uns drei Tage ausgeklinkt und sind auf einem Stück des Harzer Hexenstieg gewandert.

Nur drei Tage und soweit ist es gar nicht, sicher nur 30 oder 40 Kilometer. In Schweden sind wir mehr gelaufen. So ähnlich hörte es sich an als ich meine Freundin überzeugen wollte, mit mir wandern zu gehen. Lange brauchte ich dafür nicht. Ein Termin war auch schnell gefunden: Himmelfahrt. Das erste Mal seit 10 Jahren hatte ich Zeit (vorher war ich entweder auf der Konferenz oder dem Treffen meines Jugendverbandes) und wir wollten es zusammen verbringen. Pfingsten ging nicht, da würde ich in Lyon auf einer Konferenz sein. 

 Der Weg

Kurz entschlossen holte ich die Wanderkarte hervor und wir suchten nach einer Strecke mit der wir beide leben konnten. Wir entschieden uns für den Weg von Osterode am Harz bis zum Brocken. Schön aufgeteilt würden wir also am ersten Tag nach Buntenbock laufen und auf einem (im Internet) idyllisch aussehenden Campingplatz schlafen; Entfernung: circa 10 Kilometer. Am nächsten Tag werden wir von dort in Richtung Altenau laufen, müssen dann aber zur Okertalsperre abbiegen, da es dort einen Campingplatz für uns gibt. Er liegt direkt am Wasser und wir sind gespannt, ob wir baden können. Entfernung: so 10 bis 15 Kilometer (ganz sicher sind wir uns nicht). Am letzten Tag laufen wir nach Torfhaus und checken in der dortigen Jugendherberge ein, um dann mit kleinem Gepäck noch auf den Brocken zu laufen. Das werden wohl 20-30 Kilometer sein. Am Sonntag geht es dann mit dem Bus nach Bad Harzburg und von dort aus mit dem Zug zurück nach Hannover. So war der Plan. 

#Raus-und-machen?

Der Hashtag wird eigentlich für Mikro-Abenteuer benutzt. Unser Abenteuer passt nicht in die Definition, aber wir sind raus gegangen und haben was gemacht. Dafür passt dieser Hashtag in meinen Augen dann doch sehr gut. Deshalb werde ich in Zukunft Berichte von solchen Ausflügen und Kurztrips damit versehen. Die Mikro-Abenteuer-Gemeinde mag es mir nachsehen, doch ich bin immer froh, wenn wir mal rauskommen.

Tag 1 Osterode nach Buntenbock

Unsere Anreise verlief unkompliziert. Es war ja Feiertag, sodass wir auch erst gegen 10 Uhr losgefahren sind und zwei Stunden später in Osterode am Bahnhof Mitte ging es dann los. 

Wir waren nicht die schnellsten, denn für die erste Strecke brauchten wir knapp vier Stunden. Es ging fast die ganze Zeit auf Forstwegen durch den Wald. Nur ein, zwei Mal kamen wir an einem Aussichtspunkt vorbei. Öfter trafen wir aber vor allem junge Männer, die rauchend und trinkend durch den Wald zogen. Leider belegten sie immer wieder Rastplätze, aber das war schon in Ordnung. 

Es ging die ganze Zeit bergauf. Nicht sehr stark, dafür konstant. Wir mussten uns an diesem ersten Tag noch “einlaufen”, wir sind ja gerade erst gestartet. Ich hatte etwas Sorge wegen meiner Wanderschuhe. Als ich letztes Jahr in England angefangen hatte sie einzulaufen, drückte eine Niete auf meinen Fuß, was sehr schmerzhaft war. Nun hatte ich dieses Problem auf einmal gar nicht mehr – zu meiner großen Freude. Leider ging es nach einigen Kilometern an anderer Stelle los: meine Ferse rutschte etwas, langsam aber sicher rieb ich mir da was auf. Kurz bevor wir also an unserem Ziel, dem Campingplatz Prahljust, ankamen, wechselte ich in meine Barfußschuhe. Das tat meinen Füßen gut und ich dachte, es ist ja nur für das letzte Stück.

Der Campingplatz liegt idyllisch an einem sehr kleinen See, gegenüber sieht man Kühe weiden. Außerdem ist er direkt am Weg und man braucht nur 3-5 Minuten gehen, um ihn zu erreichen. 

Wir waren froh, nach diesem ersten Tag endlich anzukommen. Als Belohnung gab es im Restaurant am Platz etwas Herzhaftes zu essen. Zwar war der Abend nicht besonders leise, aber irgendwann kann man ja immer einschlafen. 

Tag 2 Buntenbock nach Altenau 

Am nächsten Morgen waren wir guter Dinge und wollten früh los. Gegen 9 Uhr verließen wir den Campingplatz mit dem festen Glauben, dass wir Mittags schon in Altenau sein werden. Direkt am Weg gab es keinen Campingplatz mehr, sodass wir einen Platz an der Okertalsperre gefunden haben, etwas oberhalb von Altenau. 

Der Weg fing wirklich schön an, durch Wälder auf kleinen Pfaden, an Seen vorbei und dann immer weiter. Die Strecke war deutlich abwechslungsreicher, kamen wir doch irgendwann zu einem Damm. Wir liefen oben, am Wasserlauf und weiter unten sahen wir die Motor- und Fahrräder auf der Straße den Harz unsicher machen. 

Dann verließ uns aber unsere Karte und die Orientierung bzw. wie wir später erklärt bekommen haben, deuteten wir ein Schild falsch. Wir verliefen uns also. Zu Beginn dachten wir, wir sind richtig. Wir trafen auf einem schlechten Forstweg ein anderes Wanderpaar, das gerade überlegte, ob es noch richtig seien. Markierungen gab es nämlich nicht. Die beiden brauchten Wasser und suchten daher einen Brunnen, der ausgeschrieben war. Wir überlegten nun auch, entschieden aber, dass wir weiterlaufen werden. Nach einer Weile entdeckten wir, dass wir tatsächlich falsch waren, aber auch wie wir zurückkommen auf den Weg. 

Nach ein paar Minuten an einer Landstraße gingen wir durch den Wald und kamen nach gut 20 Minuten wieder auf den Hexenstieg. Darüber waren wir wirklich erleichtert. Es ging bergauf und bergab. Einmal umrundeten wir fast vollständig eine kahle Hügelkuppe, auf der alle Bäume gefällt waren. 

Der Weg zog sich hin und uns taten an unterschiedlichen Stellen die Füße weh. Irgendwie hatten wir uns verschätzt. Wir rafften uns auf, nur noch um die nächsten zwei Ecken. Dann waren wir da. Zumindest fast. 

Wir waren oberhalb von Altenau und gingen an der Skipiste vorbei hinab zum Ort. An der Hauptstraße fanden wir einen Bäcker, der uns mit Kaffee und Kuchen belohnte und wir hatten eine kleine Verschnaufpause. 

Nachdem wir uns gestärkt hatten, entschieden wir noch einen kleinen Umweg hinauf zum Brockenblick zu machen. Ich erhielt einen weiteren Stempel für meine Harzer Wandernadel und wir konnten unser Ziel schon in den Blick nehmen. Am nächsten Tag wären wir ja schon dort. Nach dem kurzen Aufstieg, ging es dann durch den Wald und an der Straße entlang bis zum Vorbecken der Okertalsperre, wo unser Campingplatz lag. 

Dieser wurde von einer sehr sympathischen niederländischen Familie geführt. Sie nahmen uns herzlich auf und wir hatten einen sehr ruhigen und schönen Platz für unser Zelt. Die Wanderung dauerte doch länger als gedacht. Wir schoben das auf unsere Pause und vor allem unseren Umweg. Ich war froh, dass der Tag vorbei war und meine Barfußschuhe den ganzen Weg durchhielten. Neue Blasen bekam ich nicht, nur die Wegstrecken mit vielen Steinen waren etwas hart. 

Im hauseigenen Restaurant aßen wir hervorragend. Frisches,  selbstgemachtes Essen. Uns ging es wirklich richtig gut an diesem Abend. Wir saßen noch vor unseren Zelt und tranken Radler, als wir die beiden anderen Zelter kennenlernten, die auf unserem Rasenstück schliefen. Sie waren mit Bahn und Fahrrad unterwegs, um hier im Okertal klettern zugehen. Wir tauschten uns aus und unterhielten uns angeregt. Mit einem guten Gefühl stiegen wir spät in unsere Schlafsäcke. Morgens 8 Uhr am nächsten Tag sollte es wieder losgehen. 

Tag 3 Altenau nach Torfhaus und zum Brocken

Wir schafften es, sehr pünktlich loszugehen. Uns war klar, dass der Tag der anstrengendste sein wird und so waren wir wirklich gespannt darauf, wie die Wanderung sein wird. 

An Altenau vorbei gingen wir in Richtung Hexenstieg und trafen oberhalb des Ortes wieder auf unseren Weg. Dann ging es durch wirklich schöne Wälder, auf tollen Wegen. Leider wurden wir umgeleitet, da wahrscheinlich der Magdeburger Weg noch wegen der Sturmschäden des Jahres 2018 nicht begehbar war. Wir mussten also einen Umweg gehen. Der war gut ausgeschildert und wir fanden uns dann den Berg Richtung Torfhaus hochschlurfen. Uns tat alles weh, da wir bis hierin schon viele anstrengende Kilometer gelaufen waren. Durch eine freigeschnittene Schneise konnten wir dann endlich auf den Hexenstieg zurückkehren und machten die letzten Meter voll. Schließlich kamen wir in Torfhaus an und konnten unsere großen Rucksäcke in der Jugendherberge abstellen. Dort hatten wir für die Nacht ein Zimmer gebucht, denn Zelten kann man in Torfhaus nicht. Von Wandervereinen waren wir im Vorhinein abgewiesen worden, da die Häuser an diesem Wochenende schon von deren Mitgliedern genutzt wurden. 

Wir packten also einen kleinen Rucksack und machten uns auf in den Ort. Es war Mittag und wir mussten unbedingt etwas essen. Nach diesem Imbiss und ohne unsere großen Rucksäcke fühlten wir uns leicht und schnell. 

Den Aufstieg zum Brocken machten wir dann auch in zwei Stunden. Es ist wirklich ein netter Weg und selbst die Brockenbahn kam vorbei. Da das Wetter so hervorragend war, platzte der Brocken aus allen Nähten. Es war unglaublich voll. Wir füllten also unser Wasser auf, aßen ein Eis und genossen den weiten Blick. Dann machten wir uns an den Abstieg, denn wir mussten noch offiziell einchecken. Nach zwei weiteren Stunden kamen wir an der Herberge an und bekamen unser ruhiges Zimmer. Wir schliefen wirklich sehr gut und konnten am nächsten Tag entspannt abreisen. 

Erfahrungen

Insgesamt liefen wir an unseren drei Wandertagen gut 68 Kilometer. Am ersten Tag kamen wir insgesamt auf 18 Kilometer, knapp 19 waren es dann am Freitag in Richtung Altenau. Über Torfhaus zum Brocken legten wir knapp 31 Kilometer zurück. Das war ein ganz schön guter Schnitt, mit dem wir gar nicht gerechnet hatten. 

Eigentlich sind dies ja nur zwei Etappen des Hexenstiegs. Die erste geht bis Buntenbock und die zweite wäre über Altenau nach Torfhaus verlaufen. Wir wollten aber von Anfang an nicht unbedingt schnell viel schaffen, sondern eine schöne Wandertour gehen. Das es am Ende dann doch so viele Kilometer werden, damit hatten ihr gar nicht gerechnet. 

Ich bin auch überrascht, dass meine Barfußschuhe so gut mitgemacht haben, da ich nur am ersten Tag meine Wanderschuhe trug. Für mich haben die Schuhe damit den Stresstest bestanden und ich werde wohl noch öfter in ihnen wandern gehen. 

Trotz der Anstrengung (oder deswegen?) haben wir beide Lust, im Sommer von Thale aus zum Brocken zu laufen. Dann hätten wir auch den ganzen Weg abgeschlossen. Im Sommer soll es aber ohne Zelt sein, mal sehen, wie schnell wir dann sind und ob es einen großen Unterschied macht. 

Die Wanderung im Harz war für mich ein echter Urlaub gewesen, obwohl es nur ein paar Tage waren, fühlte ich mich erholt und vor allem, als ob wir über eine Woche unterwegs gewesen wären. Ich kann eine solche Wanderung  also nur empfehlen! 

Danke fürs Lesen und bleibt mir gewogen.