Kurzrezensionen zu meiner Roman-Leseliste

Vor dem Sommer veröffentlichte ich eine kurze Liste mit Bücher, die ich lesen wollte. Von den fünf Romanen habe ich mittlerweile vier geschafft. Das habe ich mal als Anlass genommen fünf knappe Eindrücke dieser erschreckenden, stimmungsvollen oder entspannenden Bücher aufzuschreiben. Von Krieg, Erinnerung über Utopie und Krimi ist ales dabei. Los geht’s.

1948

© Aufbau Verlag

Yoram Kaniuk bringt den Krieg 1948 in Israel / Palästina ganz nah. Aus der Perspektive eines jungen israelischen Soldaten wirft Kaniuk einen ungeschönten und überraschenden Blick auf den Staatsgründungskrieg Israels. Es ist ein Buch über den Krieg und auch gegen den Krieg. Er bleibt fragmentarisch wie die Erinnerung und das macht diesen Roman noch eindrücklicher und packen. Er ist hervorragend geschrieben und erschütternd. Unbedingt lesen! 

Monster

© Kein & Aber Verlag

Dem Krieg von 1948 in der Levante ging ein größerer voraus: Der Zweite Weltkrieg mitsamt des Holocausts. Im Zentrum der kleinen Romans Monster steht die Erinnerung an die Shoa, d.h. den industriellen Völkermord an den europäischen Juden. Der Roman nimmt die Form eines langes Briefes bzw. Berichtes an, bei dem ein promovierter israelischer Historiker, der in Polen als Guide israelische Gruppen durch ehemaliger Vernichtungslager führte, seinem Vorgesetzten, dem Leiter der Gedenkstätte Yad VaShem, von seiner Arbeit schreibt. Seine Familie lebt in Israel und er pendelt ständig hin und her. Die Erinnerungsarbeit und das Verhalten der Gruppen machen den Guide fertig. Yishai Sarids Buch ist ein verstörender und tiefer Einblick in das Monster der Erinnerung und seiner massenhaften Reproduktion. Es ist keine angenehme Lektüre, aber dennoch sehr zu empfehlen.

Miami Punk

© S. Fischer Verlag

Juan S. Guse stellt uns eine Alternative Zukunft vor, in der sich der Ozean vor Miami zurückgezogen hat. Was macht das mit der Stadt und seinen Bewohner:innen? Vor dieser Kulisse lässt Guse unterschiedliche Personen von der IT’lerin bis zum deutschen Gaming-Team auftreten und ihre Erfahrungen sammeln. So verdichtet, erzeugt Guse eine unglaublich intensive Stimmung. Er schafft dies, so wie auch in seinem ersten Buch Lärm und Wälder, ganz hervorragend. Wer wissen will, was genau passiert, sollte zu diesem knapp 700 Seiten greifen – es lohnt sich.

Invisible Man

© Pingiun Books

Auf dieses Buch bin ich zwar immer noch gespannt, aber in diesem Sommer habe ich es nicht geschafft. Ich habe es erst aufgeschoben und mich dann doch für andere Bücher entschieden (Rezensionen kommen noch). Zwischendurch kriegen ich diesen englischen Wälzer nicht eingeschoben. Ich habe es also erstmal aufgeschoben. Zu meiner Schande gestehe ich: nicht gelesen! 

Bretonisches Vermächtnis

© Kiepenheuer & Witsch

Auf dieses Buch habe ich mich gefreut und ich habe es verschlungen. Leider war ich zu schnell und nach zweieinhalb Urlaubstagen hatte ich das Buch ausgelesen. Der Krimi ist eine gute Fortführung der Reihe, auch wenn ich den Klappentext etwas übertrieben fand und die Auflösung mit ein klein wenig enttäuschte. Dennoch kam nicht nur dieses Urlaubsgefühl bei mir auf sondern auch der Genuss guter, etwas literarisierter leichter Unterhaltung. Wer Frankreich, Krimis oder die Reihe mag, sollte hier einmal reinlesen. Sehr empfehlen kann ich auch den Vorgänger Bretonische Geheimnisse.

Habt ihr eines der Bücher gelesen oder konnte ich Euch dazu anregen? Über Feedback freue ich mich selbstverständlich ebenso wie über eine gute Diskussionen zu einem oder mehreren dieser Bücher! Bis dahin, bleibt mir gewogen!