Angolanische Betrachtungen III

Armut ist abzuschaffen. Darin sind wir uns wohl einig. Wahrscheinlich nicht, denn nur mit der Armut der einen haben wir unser Leben begründet. Egal ob lokal, regional oder global. Das Prinzip ist immer dasselbe. Trotz des Fahrstuhleffektes. 

Wir kennen Armut. Wir sehen sie, in der Stadt und auf dem Land. Wir sehen Menschen im Mülleimer suchen. Doch die Art von Armut, die ich aus dem Auto heraus sehe, an der ich vorübergehe, habe ich so noch nicht gesehen. Die theoretischen Modelle relativer und absoluter Armut sind Begriffe. Abstrakte Gebilde um etwas zu beschreiben, dass die meisten, die sie benutzen nie erfahren haben. Mich eingeschlossen. Hier, vor meinen Augen, das ist absolute Armut, im wahrsten Sinne des Wortes Müll essen. Der Armut ausgelieferte Menschen, offenbar ohne Hilfesysteme. Armut, die ich, die wir mit produziert haben. In Geschichte und Gegenwart. Es ist so leicht zu verdrängen. Es tut gut, es zu verdrängen. Doch bahnt sich der Gedanken seinen Weg immer wieder in das Bewusstsein. Jetzt noch direkter, physischer, klarer als jemals zuvor.