Klartext zu Klartext: Ernährung

Als ich mich entschlossen hatte, den Verlag um ein Rezensionsexemplar zu bitten, dachte ich mir noch: „Na, mal sehen was das für ein Buch ist.“ Ich habe mit einem Sachbuch à la Bas Kast gerechnet. Doch ich wurde überrascht. Meine Rezension zu Klartext Ernährung von Petra Bracht und Claus Leitzmann.

Die Verfasser_innen

Die Autorin des Buches Petra Bracht, kannte ich schon von ihrem mit ihrem Mann betriebenen YouTube Kanal. Sie ist Medizinerin und propagiert, neben einer pflanzenbasierten Ernährung, das Intervall-Fasten und ist in der Physiotherapie tätig, wobei sie sich auf Faszien spezialisiert hat (und das wohl schon sehr lange). 

Claus Leitzmann kannte ich bisher nicht. Er wird vom Verlag als Biochemiker und Ernährungswissenschaftler vorgestellt und hatte eine Professur für „Ernährung in Entwicklungsländern“ inne. Außerdem war er wohl Direktor des in Gießen ansässigen Instituts für Ernährungswissenschaft.

Zwei Fachmenschen wie es scheint, so werden auch beide mit ihren akademischen Titel auf dem Buchcover präsentiert (Dr. med. Petrarch Bracht und Prof. Dr. Claus Leitzmann). Dies soll wohl vertrauen stärken und Seriosität suggerieren. Eine Strategie von Publikumsverlagen, die ich persönlich aber relativ problematisch finde, doch ist dies nicht wichtig für diese Rezension.

Unterstützung bekamen die beiden von Andreas Michalsen, professor für klinische Naturheilkunde an der Berliner Charité und Chefarzt der naturheilkundlichen Abteilung des Immanuel Krankenhauses in Berlin. Er schrieb selbst populäre Bücher zu seinem Spezialgebiet bei denen er „Schulmedizin“ mit „alternativer“ Medizin (genauer genommen Naturheilkunde) verband.

So zeigt sich, dass die Schreibenden und Unterstützenden einen ähnlichen Hintergrund haben, umso mehr wird interessant inwieweit sie sich mit den Einwänden ihrer „Gegner“ auseinandersetzen.

Das Buch  

Ich war tatsächlich überrascht, als ich das Buch erhielt: Es hat mehr als 600 Seiten und wie in den Einleitungen klar wird, sind es eigentlich drei Bücher. Zur Orientierung wunderbar getrennt und an der Buchseite farblich markiert, sodass hier eine Navigation sehr leicht gelingt. Das hat mir gefallen. Außerdem wird im Buch nicht nur davon gesprochen, was man jetzt tun sollte im Hinblick auf Ernährung, sondern ihr Argument für eine pflanzenbasierte Ernährung leiten sie einerseits historisch her und anderseits biologisch indem sie auf die Vorteile einer solchen Ernährung hinweisen, unter Berücksichtigung von Studien, die nicht nur aus „ihrer“ Forschungsnische stammen. 

Fallbeispiele illustrieren die positiven Effekte von Ernährungsumstellungen – gehören aber zum üblichen Repertoire solche Bücher. Was ich aber besonders interessant finde sind die tatsächlichen Grundlagen, die vermittelt werden. In Bücher wie dem von Bas Kast, wird hier zwar auch einige angerissen, aber aufgrund des Umfangs sind tiefergehende Hintergründe und Basiswissen nicht wirklich vermittelbar gewesen. Das ist bei Klartext Ernährung anders. 

Spannend und im besten Sinne ermächtigend sind die Erklärungen zu verschiedenen einzelnen Lebensmitteln, insbesondere wird hier auf viele Pflanzen eingegangen. Doch auch Erklärungen zu Spurenelementen, Vitaminen, toxischen Elementen und sekundären Pflanzenstoffen versetzen die Lesenden in die Lage, Dinge aus der Werbung oder Broschüre und Büchern in Zukunft selber (besser) einzuschätzen. Das halte ich für wichtiger als bloß gute Argumenten für eine favorisierte Ernährung vorzutragen. Das Buch ist im besten Sinne des Wortes ein Lehrbuch für Laien zu denen ich mich ebenfalls zähle. 

Klar verständlich wird hier zwar vor allem für eine pflanzenbasierte Ernährung geworben, aber auf Basis und Fakten. Darüber hinaus erhalte ich viele Informationen und viel Wissen, um selbst besser entscheiden zu können, was ich esse. Mir werden aber auch die Konsequenzen bewusst gemacht, sodass die Ausreden, „das habe ich ja gar nicht gewusst“ nicht mehr zählt. Insofern nimmt uns das Buch auch in die Pflicht. 

Das Fazit des Buches

Bei den bisherigen Ausführungen wird das Fazit des Buches wohl nicht überraschen: Wir sollten weniger tierische Produkte essen und mehr pflanzliche. Das ist besser für unseren Körper und unsere Gesundheit. Das ist aber auch Klartext, gehört also erstens hier her und zweitens ins Buch.

Doch der Hinweis auf die pflanzliche Ernährung bleibt nicht beim Individuum stehen, das ist eine hervorragende Sache, die ich bei Kast beispielsweise vermisst habe. Bracht und Leitzmann vernachlässigen nicht die ökonomischen und ökologischen Folgen unseres bisherigen Lebensstils und beziehen beides in ihre Forderung ein: Lebt ein pflanzenbasierten Lebensstil und schont Welt und Mensch.

Das Fazit zum Buch 

Mein Fazit zum Buch dürfte mittlerweile auch deutlich geworden sein. Ich denke, niemand wird dümmer durch das Buch, eher schlauer, definitiv aber informierter. Selbst Menschen, die den Argumenten negativ gegenüberstehen sollten, ja, müssten, sich damit auseinandersetzen. Viele werden es nicht tun, da sie keine guten Gegenargumente vorbringen könnten. Mich überzeugt die Anlage des Buches und die Ausführungen in den meisten Teilen ebenso. Es reiht sich ein in die Bücher zur Ernährung, die ich hier bisher besprochen habe (Zucker, Kast): es trägt entscheidend dazu bei, dass wir fundierte Entscheidungen über unsere Ernährung treffen können. Egal wie wir uns entscheiden, was wir Entscheiden, sollten wir begründen und es vertreten können. Dabei hilft auch Klartext Ernährung, denn es spricht Klartext.

© Mosaik-Verlag

Petrarch Bracht, Claus Leitzmann: Klartext Ernährung. Die Antworten auf alle wichtigen Fragen. Wie Lebensmittel vorbeugen und heilen.

Mosaik-Verlag. ISBN: 9783442393596. Preis: 22.00€
Link zum Verlag. 

Ich danke dem Verlag für die Übersendung eines Rezensionsexemplars.

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