Coronazeit = Lesezeit

Vieles ist anderes als sonst. Neben der Arbeit und dem abgesagtem Urlaub, versuche ich zu lesen. Bücher, die ich bisher aufgeschoben habe oder sich jetzt aufdrängen. In diesem Sinne habe ich in der letzten Zeit 5 Bücher gelesen, die ich kurz und knapp inklusive meinem Leseeindruck vorstellen möchte. Thematisch spanne ich den Bogen von der Gartenarbeit über Eichhörnchen bis hin zur Geschichte des Kapitalismus und Alternative dazu.

Permakultur – Immerwährende Gartenkalender

© Heel-Verlag

Dieses knappe Buch hat mir grundsätzlich gut gefallen. Es ist für mich ein sehr guter Einstieg in das Thema Permakultur. Im ersten Drittel führt es tatsächlich ins Thema ein und gibt einen groben (!) Überblick. Das hätte gern tiefergehend sein können, aber zugegeben, es war nicht Anliegen des Buches. Das andere Zweidrittel geht Monat für Monat durch das Jahr und empfiehlt bestimmte Tätigkeiten im und für den Permakulturgarten. Für mich war das eine hervorragende Gelegenheit einen Eindruck vom Aufwand und Ertrag zu bekommen, außerdem davon, ob diese Art einen Garten zu „bewirtschaften“ mit meinen Vorstellungen kompatibel ist. Fazit: Schnell gelesen und super interessant. Das Buch werde ich auf jeden Fall wieder herausholen, wenn es für mich mit dem Gärtnern im größeren Stil losgeht.

Erschienen im Heel-Verlag, 2020. ISBN: 978-3-95843-950-4, Preis: 12,99 €
Buch beim Verlag: Heel Verlag

Das Leben der Eichhörnchen

© Hanser Verlag

Das bei Hanser erschienene Buch über das Leben der Eichhörnchen ist in vielerlei Hinsicht ein schönes Buch. Wortwörtlich: gut gestaltet und mit wunderbaren Zeichnungen versehen. Zu Beginn las ich auch noch begeistert, doch der manchmal nüchterne Stil tendiert für mich öfter ins Trockene. Obwohl ich dieses Buch sehr gerne mag, habe ich bei der Hälfte aufgehört es zu lesen. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob es am Buch lag oder an meinem Drang, lieber anderes zu lesen. Falls möglich sollten alle interessierten zumindest mal reinschauen, um selbst herauszufinden ob es ein Buch zum Kaufen ist.

Erschienen im Hanser Verlag, 2019. ISBN: 978-3-446-26407-6, Preis: 20 €
Buch beim Hanser Verlag: Hanser Literaturverlag

Geschichte des Kapitalismus

© C.H. Beck Verlag

Jürgen Kocka, ehemaliger Professor für Geschichte in Berlin, schrieb eine instruktive transnationale knappe Geschichte des Kapitalismus. Die tonangebende Wirtschaftswissenschaft vermeidet den als ideologisch gebrandmarkten Begriff des Kapitalismus, viel lieber spricht man von (sozialer) Marktwirtschaft oder einfach Ökonomie. Kocka verteidigt den Gebrauch des Begriff und definiert ihn, um nicht zu sehr nach Marx zu klingen. Das macht er allerdings sehr gut und lässt in seiner historischen Schau dieses Phänomens seinen Blick über die gesamte Welt schweifen. Es ist eine erfrischende Einsicht in die historischen und globalen Zusammenhänge, die unsere Gegenwart bestimmen. Leider lässt Kocka seine eigene Kritik nur durchscheinen und bezieht nicht klar Stellung. Das muss er aber auch nicht. Mit seiner Darstellung lässt es sich auch als linker wunderbar arbeiten und einiges von ihr lernen. Für alle geeignet, die am Herkommen unseres Wirtschaftssystem interessiert sind. 

Erschienen in der Beck’schen Reihe, C.H. Beck Verlag, 2017. ISBN: 978-3-406-65492-3, Preis: 8,95 €
und als Lizenzausgabe bei der Bundeszentrale für politische Bildung (Nicht mehr vorhanden)
Buch beim Verlag: C.H. Beck

Theorien Alternativen Wirtschaftens

© theorie.org

Das von Gisela Notz geschriebene Überblickswerk zu Theorien des alternativen Wirtschaftens gibt einen guten Überblick und führt interessant in diese teilweise theoretische Materie ein. Für mich war die Begriffsbestimmung und die Ideengeschichte sehr spannend, gerade auch, da es um anarchistische und syndikalistische Vorstellungen ging. Allerdings ermüdete ich dann beim Kapitel zu den 1960/70er Jahren und übersprang sogar das Kapitel zu den damaligen Projekten. Eingesetzt habe ich wieder bei den Projekten und Ansätze im und für Heute. Das weckte nicht nur mein Interesse sondern es war auch sehr lehrreich und gab zahlreiche Anstöße. Insgesamt ist es eine sehr gute Einführung nur eine breitere und tiefere Darstellungen konkreter Versuche hätte ich mir gewünscht, dies allerdings war nicht Aufgabe des Buches.

Erschienen bei theorie.org, 2012. ISBN: 978-3-89657-676-3, Preis: 12 €
Buch beim Verlag: theorie.org

Der ewige Faschismus

© Hanser Verlag

Es ist ein kleines Büchlein, aber nicht so wie ich erwartete ein großer Essay, sondern eine Sammlung mehrerer Vorträge. Der größte und zentralste heißt aber wenigstens wie das Buch „Der ewige Faschismus“ und analysiert Faschismus als sprachliche Formation bzw. (in meinen Worten) Geisteshaltung und Praktiken. Umberto Eco will damit weg vom historischen Fall Italien und es so ermöglichen, „faschistische“ Tendenzen generell in Gesellschaften erkennen zu können. Seine anderen Texte fallen hinter dem Titelgebenden zurück und, um ehrlich sein, habe ich mich nach den insgesamt (!) ca. 77 Seiten schon darüber geärgert, dass ich dafür 10 € bezahlt habe. 

Erschienen bei Hanser 2020. ISBN: 978 3 446 265 769, Preis: 10 €
Buch beim Verlag: Hanser Verlag

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  1. Danke für diesen Überblick. Ich bin in letzter Zeit auch wieder mehr zum Lesen gekommen. Ich würde aber jedem und jeder ans Herz legen, die Angebote der öffentlichen Bibliotheken zu nutzen. Dort kann man – auch jetzt – eBooks ausleihen und diese zuhause lesen. Klar, wer absolut nicht auf einem Screen lesen möchte, für den ist das nichts, aber ich denke, dass man sich daran gewöhnen kann. Das Angebot ist wirklich toll und man kann sich „Fehlkäufe“ sparen, wie von dir beschrieben. Außerdem hat die Open Library vom Projekt Internet Archive gerade wegen der Pandemie keine Ausleihbeschränkungen, sodass eBooks unbegrenzt oft ausgeliehen werden können.

    1. Hallo Jan,
      das sind zwei wunderbare und sehr gute Hinweise. Die werde ich in Zukunft grundsätzlich mit aufnehmen. Online Angebote der Bibliotheken sollten wir auf jeden Fall alle abchecken. Danke und viele Grüße.

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