Mit Höhenangst auf 16 Meter

Ich bin kein Kletterprofi. Wie ihr aus meinem Beitrag zum Bouldern schon wisst, betreibe ich das Seilklettern relativ unregelmäßig seit knapp einem Jahr. Was kann ich also darüber schon sagen? Nun ja, es hat mein Leben schon sehr geprägt und davon würde ich gerne erzählen.

Mein bisheriges Leben ist nicht gerade von Sport geprägt gewesen. Klar, als Kind habe ich noch Fußball gespielt und Spielsportarten bereiten mir viel Freude, aber spätestens mit dem Beginn der Pubertät hörte es auf mit dem Sport. Dazu aß ich sehr viel. Ich liebe Essen. 

Das hat aber am Ende dazu geführt, dass ich vor wenigen Jahren bei gut 120 Kilogramm ankam, bei nur knapp 1,75m Körpergröße. Geraten abzunehmen, hatte mir niemand: Nicht meine Ärzte, nicht meine Familie und auch nicht meine Freundin.

Dann nahm ich durch ein Experiment gut 10 Kilo ab und hielt das auch. Mein Experiment war 14 Tage zu fasten. Ich habe nur Wasser und Tee zu mir genommen und damit war es eine Art Heilfasten. In der Art kann ich es niemandem Empfehlen, da es – so viel weiß ich mittlerweile – nicht die gesündeste Art des Heilfastens ist. Die Forschung in diesem Gebiet hat in den letzten Jahren gute valide Ergebnisse gebracht und dazu könnt ihr Euch gerne informieren, aber hier geht es ja um etwas anderes. 

Letztes Jahr war ich, soviel erzählte ich auch schon in meinem Beitrag zum Bouldern (#link), auf einer längeren Forschungsreise, dort habe ich viel Sport getrieben und auf meine Ernährung geachtet, dabei habe ich weitere knapp 15 Kilo abgenommen und landete schließlich bei ungefähr 98–100 Kilo. Motiviert davon, testeten wir das Klettern nach meiner Rückkehr.

Klettern ist toll! Es macht Spaß, bis ich ungefähr auf einer Höhe von 6 Metern bin, dann wird es unheimlich. Aber es ist für mich nicht nur ein Weg mich zu bewegen, sondern ich versuche mit dem Seilklettern aktiv gegen meine Höhenangst zu arbeiten. Das ist nicht leicht. Schaffte ich es am Anfang bei Routen auf 10 Meter höhe nur mit einer Augenbinde und indem ich alle Tritte und Griffe nutzte, kann ich einfache Route nun schon ganz gut auf 12 Meter meistern. Ab und zu knackte ich auch schon eine 16 Meter Route, aber das ist selten und bedarf einer Menge Überwindung meinerseits. 

Dennoch bleibe ich motiviert. Ich weiß, wie viel mir das Eindämmen meiner Höhenangst helfen könnte. Sowohl beim Klettern könnte ich endlich größere Fortschritte machen als auch beim Wandern könnte ich spannendere Wege meistern. Hier, habe ich besonders an ausgesetzten Stellen ganz schön Probleme und einmal bin ich auch „eingefroren“, sodass ich nicht weiterkonnte und wir umdrehen und – zum Glück – nur einen kleinen Umweg gehen mussten. 

Mein Ziel für das Klettern hilft mir aber auch bei der Motivation. Ich möchte gerne im Sommer draußen an echten Felsen klettern. Dieses Bild vor meinen Augen treibt mich an, weiter daran zu arbeiten, dass ich ruhiger und kontrollierter in die Höhe klettern kann. Außerdem lässt es mich auch beim Bouldern dran bleiben. Ganz nebenbei hilft beides auch, mein Gewicht zu reduzieren, damit wird nämlich auch Bouldern und Klettern leichter. 

Nun ist dieser Beitrag doch persönlicher geworden als ich dachte und hoffe, dass ihr dennoch etwas daraus mitnehmen könnt. Ein Sport muss einen packen und wenn er einen nicht mehr loslässt, dann ist es der richtige. Vielleicht schaffe ich es bald auch mal, den Beitrag zu schreiben, den ich eigentlich schreiben wollte: Vorstellung des Sports, Erklären der Unterschiede zwischen Vorstieg und Nachstieg bzw. Lead und Toprope und vieles mehr. Allerdings ist mir klar geworden, dass ich zuerst meinen persönlichen Zugang zum Klettern erklären muss, denn nur so versteht man, warum ich mich immer wieder zwinge 12 und 16 Meter nach oben zu klettern, obwohl mein gesamter Körper sich dagegen sträubt. 

Sollte ich bei dem ein oder anderen das Interesse geweckt haben, dann schaut doch mal bei eurem lokalen DAV mit Kletterhalle vorbei oder bei einer der kommerziellen Kletterhallen, die bieten immer wieder Schnupperkurse an. So könnt ihr herausfinden, ob es was für euch ist. Interessiert euch mein ursprünglicher Beitrag, dann schreibt es mir doch in die Kommentare und ich setze mich ran. 

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