Trendsport: Bouldern

Bouldern liegt im Trend. In mehr und mehr Städten eröffnen Boulderhallen und die sind meistens gut gefüllt. In Hannover öffnete letztes Jahr die zweite Halle ihre Tore und beherbergte schon einen Spieltag der deutschen Boulder Bundesliga. Was macht diesen – nun – ehemaligen Nischensport zu einem der großen Trends der nächsten Zeit im Freizeitsport? Ich bouldere selbst seit erst knapp einem Jahr und weiß genau wie man sich ansteckt mit diesem Virus.

Ich kam von einer langen Recherchereise zurück und meine Partnerin und ich wollten mal verschiedene gemeinsame Aktivitäten ausprobieren. Auf meiner Reise sah ich den Film The Dawn Wall über das erschließen einer neuen Route am El Capitan im Yosemite Nationalpark in den USA. Das faszinierte mich schon sehr und so buchte ich uns einen Schnupperkurs in der Kletterhalle um die Ecke (auch davon haben wir zwei in Hannover, eine kommerzielle und eine des DAV). 

Meine Partnerin packte das Seilklettern sofort. Es machte ihr großen Spaß und sie wollte weiter machen. Mir gefiel es mäßig, besonders da ich ab 6 Metern höhe meine Höhenangst richtig durchschlug. In der Kletterhalle gab es allerdings auch zwei Boulderbereiche. Hier, oft zum Aufwärmen genutzt, fühlte ich mich wohl: Wände bis maximal 4,5 Meter, dafür aber schwierigere Bewegungen. Ihr merkt es sicher schon, der Unterschied zwischen Bouldern und Seilklettern ist das Seil. Bouldern wird in der Regel Klettern in Absprunghöhe genannt. Dies wird in der Regel zwischen 4–6 Meter definiert, aber beim Outdoorbouldern gibt es auch sogenannte High Balls, die dann auch schon deutlich drüber liegen – aber das ist was für Profis.

Mittlerweile ist es so, dass ich regelmäßig bouldern gehe und wir versuchen so einmal in der Woche gemeinsam zu klettern. Das klappt mal mehr, mal weniger gut. Als ich die Entwicklungen beobachtet habe und anfing YouTube Videos zu sehen, Podcasts zu hören und Bücher darüber zu lesen, wurde mir schnell klar, dass wir mitten im Trend liegen. Nicht nur wurde die Boulder Bundesliga etabliert, nein, auch die Abonnentenzahlen von einigen deutschen Boulder-/Kletter YoutTuber_innen stiegen deutlich an. Es etablierte sich ein Crowfunding finanzierter Podcast rund ums bouldern und zu guter letzt ist Bouldern, gemeinsam mit den Disziplinen Vorstieg/ Lead und Speed-Klettern, olympisch geworden. In Zukunft wird aber versucht aus der einen Medaille, drei zu machen, also für jede Disziplin eine eigene.

Der Deutsche Alpenverein, der das Wettkampfklettern und bouldern in Deutschland kontrolliert, macht auch verstärkt Werbung, besonders für Olympia in Tokyo 2020. Aber auch livestreams von Wettkämpfen über YouTube haben sich etabliert. Auch ich schreibe ja nun darüber. 

Stehe ich in der Halle vor diesen Plastikgriffen, verschwindet alles um mich herum. Die Gedanken, die mich sonst manchmal plagen treten in den Hintergrund. Die Terminschwierigkeiten mit meiner Doktorarbeit, die anderen Projekte und Deadlines sind nicht mehr wichtig. Ich schaue mir den Weg an, den ich nun nehmen will, geh die Bewegungen durch. An den Armen hängend und auf den Füßen stehend geht es los: Füße positionieren, Arme wechseln, Körperschwerpunkt justieren. Arme kreuzen, kräftig ziehen und abfallen von der Wand. Nicht geschafft. Kurze Pause und dann wieder ran. Diesmal mit einem anderen Lösungsweg oder mit mehr Kraft oder mehr Überwindung. So geht das manchmal locker über zwei und mehr Stunden. 

Dieses Gefühl, auch die physischen Veränderungen und die generellen positiven Effekte, die ich erfahren habe durch das bouldern, begeistern mich. Deshalb wollte ich diese Leidenschaft mit euch teilen und vielleicht habt ihr Interesse mal reinzuschauen. Das geht auch vom Sofa aus, denn ich stelle euch mal ein paar links zusammen, durch die ihr einen schönen ersten Einblick gewinnen könnt. Gibt mir doch Rückmeldung, falls ihr mögt, wenn ihr was besucht habt und es gut fandet oder auch nicht. 

Bleibt mir gewogen und bis bald.

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