Meine Barfußschuhe im Test

Ich habe mir in diesem Jahr relativ spontan Schuhe gekauft. Wir waren im Kurzurlaub und ich wollte nur mal schauen. Schwups, hatte ich mir ein paar Barfußschuhe gekauft. Mein Fazit nach einem Dreivierteljahr.

Wieso Weshalb Warum

Ich habe immer wieder Probleme mit Schuhen. Oft sind sie mir vorne zu eng gewesen, außerdem taten viele nach ein paar Kilometern ziemlich weh. Mit der Idee, es mir Barfußschuhe zu probieren hatte ich damals schon ein paar Mal gespielt, es aber dann nie weiterverfolgt. Ich wusste, man sollte irgendwie anders gehen, aber wie? Ich hatte erst kurz zuvor angefangen mir bei YouTube ein bisschen was zum Thema anzuschauen. Aber das war verwirrend, denn dazu gibt es gefühlt einen Informations-overload. 

Im Geschäft gefielen sie mir ziemlich gut: Leicht, angenehm auf den unterschiedlichen Materialien und dazu kaufte ich dann noch wasserdichte Socken, sodass ich die Schuhe auch bei Regen und Schnee anziehen könnte. Am ersten Abend probierte ich sie gleich aus. Es war ungewöhnlich. Ich lief seltsam, da ich sonst ganz schön auf meine Fersen donnern würde. Der leichte Regen und die Pfützen machten mir ja nicht aus und meine Füße blieben trocken. Es schien, als ob ich Schuhe gefunden hätte, die zu mir passen und in denen meine Füße endlich platz haben würden. 

Die erste Zeit und Schnee

Als wir wieder zu Hause waren, wurde nicht nur das Wetter besser sondern ich informierte mich über das Thema Barfußlaufen. Ich lernte eine ganze Menge. Ich sollte es langsam angehen. Durch das Laufen über den Ballen könnte ich Muskelkater bekommen. Am besten sollte ich ein Seminar besuchen, um zu lernen, wie man Barfuß läuft und mich coachen lassen. 

Das meiste tat ich nicht. In so etwas bin ich einfach schlecht. Auch als ich fastete, machte ich es auf meine Weise. Ich ging also einfach los. Klar übte ich, etwa vorne abzurollen und machte Übungen für meine Füße. Der Rest kam mit der Zeit. Zu großen Muskelkater hatte ich auch nicht. Es war also eigentlich alles gut. Die Schuhe versahen ihre Dienst ziemlich gut und ich war sehr zu frieden. 

Dann wollten wir Freunde besuchen. Sie waren kurz zuvor aufs Dorf in die Nähe von Passau gezogen. Für uns hieß das, einmal quer durchs Land zufahren. Ich packte meine Sachen und orientierte mich an unserem Wetter. Zum Glück nahm ich meine Barfußschuhe und die Spezialsocken mit. Als wir nach einer sehr langen Fahrt ankamen war es dunkel und es lag Schnee. Damit hatten wir überhaupt nicht gerechnet. 

Wir verbrachten ein wunderbares Wochenende bei unseren Freunden! Die Spaziergänge waren etwas lustig. Da wir auf Wegen und Feldern eine geschlossene Schneedecke hatten, erkannten wir nicht gleich wie tief der Schnee war. Als wir dann aber reihenweise einbrachen wurde nicht nur das Gehen schwerer, es war auch ein Rästelraten wer wohl als nächstes absackt. In der Regel reichte uns der Schnee zum Knie, Stellenweise aber auch bus zur Hüfte. Das war irgendwann kein großer Spaß mehr, besonders da ich bei fast jeden Schritt einbracht. Wir vermuten, dass es an den Schuhe lag. Dafür blieben meine Füße wirklich trocken und in meinen Augen, haben die Schuhe den Schneetest bestanden.

Sonne, Hügel, Israel

Da ich für gut sieben Wochen auf einer Archivreise in Israel verweilte nahm ich auch dort meine Barfußschuhe mit hin. Die besagten Socken halfen mir enorm, da ich im März, meiner Hauptreisezeit, viel Regen in Jerusalem sah. 

Ich lief teilweise eingepackt in meiner Regenhose, die in den Wasserdichten Strümpfen steckte und meiner Regenjacke ins Archiv. Doch auch hier gilt: Test bestanden, bis auf ein, zwei Mal, wo die Schuhe etwas rutschig waren, haben sie mir sehr gute Dienste geleistet. Ich lief so über Wochen Hügel hinauf und herunter. Die Schuhe trockneten im Archiv auch recht schnell, aber über Nacht wurde sie auf jeden Fall wieder trocken für den nächsten Tag. 

Dabei machte mir auch der Asphalt nicht viel aus. Klar, meine Füße musste ich etwas mehr pflegen als ich es vorher getan habe, aber das war okay. Sie bekamen nun täglich Hirschtalg und ich kümmerte mich um sie. Meine Füßen dankten es mir, in dem sie immer mehr mitmachten und geschmeidig blieben. 

Ein Härtetest erlebten die Schuhe dann auch noch. Ich fuhr in den Norden, um etwas zu wandern. Am ersten Tag war der Weg wirklich matschig. Viele andere im Nationalpark Yehudiyya waren gesperrt. Ich kämpfte mich durch und kam zu einem wunderbaren Wasserfall. Meine Schuhe litten ein wenig. Im Laufe des Tages kam dann die Sonne hervor und trocknete meine Schuhe ein wenig. Ich klopfte sie etwas aus und fuhr in meine Unterkunft. Im Waschbecken habe ich sie kurzerhand ausgewaschen. Klar, nicht perfekt, aber so, dass sie nicht mehr wirklich dreckig waren. In der Sonne auf dem Balkon trockneten sie gut. 

So konnte ich in den nächsten Tagen weiter Ausflüge und kleine Wanderungen mit ihnen unternehmen. Das war wunderbar. Auch der anschließende Urlaub mit Freunden und einem touristischen Programm überlebten sie tadellos. Gerade da nun das besser wärmer und sonniger wurde, bewährten sich die Schuhe, da sie leicht waren und meinen Füßen genug Luft zum atmen ließen. 

Über Stock und Stein im Harz

Vollends überzeugt haben sie mich auf der Wanderung, die ich im Harz unternommen habe. Nachdem meine Wanderschuhe am ersten Tag schon Blasen hervorriefen (zugegeben, ich glaube, ich hatte nicht die besten Strümpfe an), wechselte ich in meine Barfußschuhe. 

Wir waren mit gut 12 Kilo Gepäck unterwegs und ich machte mir anfangs schon Gedanken, wie das mit den Schuhen wird. Sicher war ich mir nicht, ob es eine gute Idee war. Aber, es war eine gute Idee. Ich lief im Harz mit den Schuhe sicherlich gute 50 Kilometer. Über Stock und Stein. Insbesondere über Stein war das oft kein vergnügen, haben die Schuhe ja nur ein paar Millimeter Sohle. Und dennoch, sie und ich hielten durch. Ich schaffte es auf den Brocken und zurück; die Schuhe ohne große Probleme auch. 

Fazit

Sie sind immer noch in einem sehr guten Zustand. Gerade davon bin ich überrascht. Obwohl ich sie schon ganz schön getriezt habe, halten sie tapfer durch. Klar, ein paar Blessuren gibt es schon, doch sie haben alles ziemlich gut gemeistert. 

Ich bin positiv überrascht. Dass mir die Schuhe so gut gefallen hätte ich selbst nicht gedacht. Doch mittlerweile bin ich vollends überzeugt. Für mich war es die richtige Entscheidung. Als mir dies vor einer Weile klar wurde, kaufte ich mir ein weiteres Paar Schuhe, dass ich auch zur Arbeit, bei Konferenzen und bei gesellschaftlichen Anlässen tragen kann. Auch sie gefallen mir sehr. 

Meine ersten Barfußschuhe werden aber immer etwas besonderes bleiben. Sie haben mir deutlich gemacht, dass meine Füße nicht eingezwängt sein müssen und ich entspannter laufen darf! 

Ich bin mir sicher, dass diese Art des Gehens und der Schuhe nicht für alle etwas ist. Interessierten aber skeptischen Menschen würde ich raten ein wenig im Internet über das Barfußgehen zu lesen und bei YouTube zuschauen und dann einem Geschäft mit entsprechendem Sortiment mal welche auszuprobieren. 

Ich hoffe, dieser Beitrag hat euch gefallen. Habt ein schönes Wochenende und bleibt mir gewogen.

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3 Gedanken zu „Meine Barfußschuhe im Test

  1. Danke für den Bericht! Da ich momentan einige Probleme mit meinem rechten Fuß habe, finde ich das sehr interessant und inspirierend! Hast du das Gefühl, dass sich deine Fußgesundheit durch die Schuhe verbessert hat? Und hast du einen Link, wo man diese oder ähnliche Schuhe kaufen kann? Das wäre evtl auch gut für kommende Artikel. Verlinkungen von getesteten Produkten sind bei faulen Menschen wie mir immer gern gesehen. 😄 Danke für den Beitrag!

    1. Freut mich sehr, dass der Beitrag Dir gefällt!
      Bei mir persönlich hat es – subjektiv – viel gebracht, ich hatte Senk- und Spreizfüße (Plattfüße), mein Fuß hat sich wieder etwas angehoben, da ich als ich angefangen habe mit den Barfußschuhe zu gehen, Übungen zu machen. Das ist nicht zu unterschätzen dabei, damit Barfußschuhen man eher in den Ballengang wechseln sollte (aber nicht unbedingt muss). Es sollte aber grundsächlich recht langsam angegangen werden.
      Ich habe mir dazu eine Menge YouTube Videos angesehen und war dann doch etwas extremer, aber ich habe mich schnell daran gewöhnt.
      Ich habe bei YT gesucht und es gibt einige Beiträge von Öffentlich-Rechtlichen, die eher verhalten sind und ich habe dann auch einiges von Strong&Flex gesehen (https://www.youtube.com/watch?v=nodbD2xJE1E) und in diesem Umfeld etwas gestöbert.

      Gekauft habe ich meine Schuhe in einem Leguano-Geschäft auf Norderney. Aber die gibt es auch in Deiner Nähe: https://www.leguano.eu – dort kann man die Schuhe auch auf verschiedenem Untergrund testen und eine Beratung bekommen. Neben Leguano gibt es auch noch VivoBarefoot (https://www.vivobarefoot.de) von denen habe ich meine Alltags-Arbeitsschuhe (schwarz). Gut gefallen mir auch die veganen Schuhe von ZAQQ, die trage ich auch hin und wieder. Ich bin also voll ausgestattet und hoffe, dass diese Schuhe nun eine Weile halten!
      Da kommen wir dann auch schon zum nächsten Thema: Geld. So sehr ich sie mag, sie sind wirklich teuer. Die Leguano haben knapp 140€ gekostet und die beiden andere jewils ca 160€. Ist also echt nicht ohne. Ich würde zum Einstieg die Leguano empfehlen, die mögen meine Füße immer noch am Liebsten.

      Zum Thea Fußgesundheit fällt mir nun noch ein, dass – besonders bei den Leguano – das Fußklima super ist, gerade da sie ziemlich leicht und luftig sind, aber ich hatte eigentlich immer Probleme mit Schweißfüßen und Geruch, das ist jetzt verschwunden.

      Ich würde dir also empfehlen, mal ein paar Video zu schauen und zu überlegen ob das was für dich ist. Außerdem solltest du nochmal checken, wo deine Schmerzen herkommen. Ich hatte eientlich nur beim langen Stehen Probleme und das habe ich immer noch – wenn auch nicht mehr so stark wie vorher.

      Vielen Dank auch für deine Tipps und Viele Grüße
      Sebastian.

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