SoLaWi – Seid ihr dabei?

Muss es immer Bio sein? Wie können wir gesünder essen? Und wie dann auch noch einen Beitrag leisten, damit nicht zu viel Müll produziert wird und wir die Umwelt nicht noch weiter zerstören? Heutzutage ist es ganz schön schwierig einfach nur Essen auf den Tisch zu bringen. Ich bin bei einer SoLaWi, das ist vielleicht ein Weg und davon will ich Euch berichten.

Einstieg

Die alte Holztür ächzt. Sie wurde schon unzählige Male geöffnet. Ich bin auf dem Gelände einer Waldorfschule und habe gerade das Zahlenschloss geöffnet, das unser kleines Depot der Solidarischen Landwirtschaft schützt. Drinnen ist es dunkel, es gibt kein Fenster. Ich knipse das Licht an und schau auf die Ernte dieser Woche. Ich freue mich, jede Woche, wenn ich hier her komme, um unseren Anteil abzuholen. Ab und zu kommen Lehrer_innen oder Schüler_innen der Waldorfschule und fragen, was das ist – ich bin oft vormittags hier. Und davon, was das ist, möchte ich kurz erzählen.

Was ist eine SoLaWi?

Zuerst stellt sich natürlich die Frage, was eine Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) ist? Die solidarische Landwirtschaft ist ein Projekt, bei dem die Produzent_innen mit den Konsument_innen in direktem Zusammenhang stehen. Bei der solidarischen Landwirtschaft arbeiten beide Seiten Hand in Hand. Die Konsument_innen finanzieren den landwirtschaftlichen Betrieb durch einen monatlichen Beitrag und werden im Gegenzug exklusiv mit den Produkten dieses Hofes beliefert.

Die Beiträge werden auf einer Mitgliederversammlung auf der Grundlage gemeinsam erarbeiteter landwirtschaftlicher Pläne und Berechnungen beschlossen. Die Mitglieder des jeweiligen solidarischen Verbandes beteiligen sich mit Arbeitseinsätzen und Ideen auf dem und am Hof.

Hintergrund dieser Überlegungen ist unter anderem, dass Ernährungssouveränität jedem und jeder ermöglicht werden sollte. Hier steht der Mensch im Vordergrund, also die Menschen die landwirtschaftlich produzieren und die Menschen, die diese Produkte konsumieren.

Wie sieht unsere SoLaWi aus?

Das Gut Adolphshof fährt zweigleisig: Einerseits gibt es die Solidarische Landwirtschaft und andererseits gibt es sowohl einen Hofladen als auch mobile Verkaufsstände auf unterschiedlichen Märkten in der Region. Damit ist der Hof streng genommen keine „reine“ solidarische Landwirtschaft, doch funktioniert sie dennoch nach diesem Prinzip.

Wir bezahlen einen monatlichen Festbetrag über ein ganzes Jahr. Dafür erhalten wir wöchentlichen einen Ernteanteil, also regionales und saisonales Gemüse und Obst. Beim Gut Adolphshof, der nach den Demeterrichtlinien arbeitet, gibt es außerdem noch Tierhaltung und damit Milchprodukte, Eier und Fleisch.

Was gibt es denn da so?

Konkret könnten wir sagen, dass es im Winter, der Jahreszeit entsprechend, etwas karg aussieht: Pastinake, Kartoffeln, Steckrüben, mal Kürbis oder lila Beete. Doch auch Feldsalat oder Postelein sind dabei. Im Sommer ist es dafür etwas üppiger, wir hatten schon 1,3 Kilo Tomaten, zwei Salatköpfe und mehr. Durch den Mischbetrieb nach Demetervorgaben, erhalten wir auch Joghurt, Quark, Frischkäse, festen Käse, oder auch Wurst und alle zwei Wochen sogar 600 Gramm Fleisch.

Wir müssen also immer wieder ein wenig Kreativität an den Tag legen, um nicht ständig das gleiche zu essen. Besonders im Winter kann das passieren. Natürlich kaufen wir auch zu, versuchen das aber so gering wie möglich zu halten. So kommen wir dann auch dazu, tatsächlich mal so etwas wie Steckrüben Curry zu kochen – wir waren selbst skeptisch, am Ende aber überzeugt. Das Rezept gibt es auch bald auf dem Blog.

Fazit

Wer kann, sollte mal schauen, ob es eine solidarische Landwirtschaft bei sich gibt. Ich denke, uns selbst mit guten Lebensmitteln zu versorgen, ist wichtig. Wir müssen natürlich schauen, was wir uns leisten können und was nicht, doch zumindest sollte jede_r darüber nachdenken und für sich persönlich abwägen. Ich bin sehr froh, dass wir uns dort beteiligen. Wir kochen immer wieder neue Sachen, lernen was dazu und ernähren uns tatsächlich etwas gesünder dadurch. Schaut doch einfach mal vorbei, dazu unten ein paar Links:

Unser Hof: https://www.adolphshof.de

Bei Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Solidarische_Landwirtschaft

Das Netzwerk Solidarische Landwirtschaft: https://www.solidarische-landwirtschaft.org/das-konzept/

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